Karate - wer, wie, was, warum, wieso, weshalb?
Was ist Karate?
Karate ist eine Kampfkunst und bedeutet wörtlich übersetzt "Leere Hand". Stöße, Schläge und Tritte sind die überwiegenden Techniken des Karate. Diese werden mit Armen und Händen sowie den Beinen und Füßen zur Abwehr und zum Angriff eingesetzt. Daneben gibt es Hebel-, Greif-, Wurf- und Fegetechniken. Karate besteht im Wesentlichen aus drei Übungsschwerpunkten:
Kihon: |
Hierbei werden die so genannten Grundschultechniken, das heißt Schlag- und Stoßbewegungen der Arme und Beine als Angriff und Abwehr geübt. Das Kihon ist die Basis für die Kata und das Kumitetraining. |
Kata: |
Als Kata bezeichnet man die Aneinanderreihung von Techniken zu einem festgeschriebenen Bewegungsablauf (gegen imaginäre Gegner). Die Kata dient dem Üben und Vertiefen der fundamentalen Techniken. Im Shotokan-Karate sind 25 Kata bekannt. |
Kumite: |
Im Kumite werden die erlernten Techniken am Partner geübt. Zunächst in vorgeschriebener und festgelegter Form und dann schrittweise bis zum freien Kampf. |
Ursprung und Entwicklung der Kampfkunst Karate
über die Ursprünge des Karate gibt es wenige zuverlässige Informationen, da hierüber keine Aufzeichnungen vorliegen.
Vermutlich ist im Jahre 523 n. Chr. der Mönch Bodhidharma, der 28. Nachfolger Buddhas und Begründer des Chan (jap. Zen-)Buddhismus, während einer Pilgerreise zu dem Kloster Shaolin in der nördlichen Provinz Chinas gekommen. Er entschloss sich, eine Weile zu bleiben und lehrte die Mönche den Chan-Buddhismus und gymnastische Kampfübungen. Diese Übungen wurden wahrscheinlich mit taoistischen Atemübungen (Qi Gong) kombiniert und stellen den Ursprung aller Kampfkünste dar. Im Laufe der Zeit entwickelten die Shaolin-Mönche diese weiter.
Als China im 7. Jahrhundert Japan als eigenständigen Staat anerkannte, entstand ein reger Handel zwischen beiden Ländern, von dem auch Okinawa - die größte Insel in der Reihe der Riukiu-Inseln - profitierte. Zwischen China und Okinawa entwickelte sich ein reger kultureller und technologischer Austausch. Im Laufe der Zeit ließen sich auf Okinawa buddhistische Wandermönche nieder, die neben dem Chan-Buddhismus auch die Kunst der waffenlosen Selbstverteidigung mitbrachten und die Bevölkerung darin unterrichteten.
In der späteren Entwicklung erlebte Okinawa eine Zeit bewaffneter politischer Unruhen. Der König ließ das Volk entwaffnen und verhängte ein totales Waffenverbot. Weil nun keine Waffen mehr zur Verfügung standen, war die Bevölkerung Okinawas der Willkür von Soldaten, Beamten und Räubern schutzlos ausgesetzt. Um sich trotzdem weiter verteidigen zu können, suchten die Menschen Rettung in den Kampfkünsten. Von nun an setzten sie den bewaffneten Kräften ihren Willen, ihre Standfestigkeit, ihre Schnelligkeit und ihren gut trainierten Körper entgegen. Folglich erlebten die Kampfkünste einen enormen Aufschwung. Es entwickelten sich neue originelle Formen, Stile und Richtungen. Einem philosophischen Aspekt wurde hierbei nicht sehr viel Bedeutung beigemessen, da die schnelle Neutralisation des Gegners im Vordergrund stand.
1868 wurde Okinawa schließlich zur japanischen Präfektur erklärt. Die Insel wurde industrialisiert, und neue Gesetze ermöglichten nun auch eine öffentliche Vorführung des Karate. Nach der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht schenkte die Regierung der körperlichen Entwicklung der Schüler besondere Aufmerksamkeit. Medizinische Untersuchungen belegten bei einer großen Gruppe von Jugendlichen, die von Kindheit an Karate betrieben hatten, eine bemerkenswerte Proportionalität im Körperwuchs sowie beträchtliche Kraft und Ausdauer. So wurde einige Jahre später Karate als Leibeserziehung an Schulen eingeführt.
Dass sich Karate zuerst in Japan und dann relativ schnell in der ganzen Welt verbreiten konnte, ist auf einige wichtige Persönlichkeiten zurückzuführen. Insbesondere ist hier der eigentliche Vater des modernen Karate Gishin Funakoshi (1869-1957) zu nennen. Er ging 1921 als erster nach Japan und setzte sich für die Verbreitung und Popularisierung des Karate ein. Ihm ist das Shotokan-Karate zugeordnet, das wir in unserem Verein trainieren.












Wildflower